1. Bericht vom 29.10.-09.11.14


Km 0 - 3800
Fahrzeit 0 – 58h


Europa (Deutschland, Frankreich, Spanien)
 

 

Nachts-Strand

 

 

Dieser Bericht wird am Abend des 09.11. an einem Strand der spanischen Südküste verfasst. Gegen 9pm sitze ich, bei aufgehendem Mond, an die XT gelehnt und schaue aufs Meer. Es sind 20° und der Benzinkocher ist dabei das Teewasser zu erhitzen. Die Gedanken schweifen über die vergangenen Tage. Es war nicht immer so einfach…

 

 

 

Der 2. Kick lässt die XT zum Leben erwachen und sogleich erteilt sie mir einen Stromschlag. 5 pm: Abfahrt Richtung Marburg. Nach 30 Minuten wird es dunkel. Höhe Alsfeld fängt es bei K1600 DSCF2836eisigen Temperaturen zu regnen an.  Die 6L Gefrierbeutel, XL Rettungsdiensthandschuhe und der alte Regenkombi werden zusammen mit Fahrer und Bike hart rangenommen. Jeder Tropfen fühlt sich bei dem offenem Motocross Helm wie ein Nadelstich an. Da kommt mir der Begrüßungstee in Marburg gerade recht. Um der alten Zeiten willen geht es mit meinem Gastgeber Phillip ins „Delirium“ in der Marburger Oberstadt um den Abend ausklingen zu lassen. Am nächsten Morgen werden in der Garage vom Pfarre, Phillips Nachbar, die Schrauben festgezogen, die ich bei der gestrigen, letzten Inspektion vergessen habe. Nach einer K1600 DSCF2839kurzen Etappe geht es ins Mannheimer Brauhaus Schnitzel essen. Lukas wirkt etwas überrascht, als ich ihm von meinem Plan erzähle, bei ihm zu übernachten. Natürlich ist man spontan und räumt das Schlafsofa frei. Der Freitag beginnt mit einem sportlichen Zwischenstopp zum Klettern im Kletterzentrum EXTREM in Ludwigshafen. Ein Klassiker unter den Deutschen Kletterhallen. Die Routen sind sehr zu empfehlen und die Atmosphäre immer nett und familiär.

www.Kletterzentrum.de

 

 

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Wieder komme ich nicht voran, da ich dem schönen Stuttgart noch einen Besuch abstatten muss, bevor ich das Land verlasse. Die Einladung von meinem Biker Kollegen Flo kommt mir da gerade recht. So endet der Abend bei Pfannkuchen und Benzingesprächen in einer gemütlichen Studentenbude. So lässt sich’s leben.

 

 

Frankreich

 

 

 

 

Das Wetter bessert sich am Samstag und so fahren wir gemeinsam Richtung Frankreich. Nach kurzer Zeit verlässt mich jedoch die Eskorte. Nun gilt Musik auf die Ohren und ein paar Km machen. Hinter der französischen Grenze fahre ich einen Parkplatz an um mein Mittagessen zu mir zu nehmen.

 

 

 

K1600 DSCF2843K1600 DSCF2844Bevor ich jedoch den Benzinkocher rausholen kann, werde ich, vom neben mir parkenden, rumänischen Trucker ,auf Suppe, Brot und „Medizin“  (Selbstgebranntem) eingeladen. Die Abfahrt muss aufgrund der verabreichten Medizin um eine Stunde verzögert werden.

 

 

K1600 DSCF2849K1600 DSCF2860Ich komme wohl nicht mehr ganz bis Lyon heute. Im Wald bei Besançon stürze ich auf der Suche nach einem Schlafplatz das erste Mal mit der Yamaha. Ständer gebrochen, Koffer verbogen. Abgefangen hat den Sturz letztendlich der Ölkühler. Kompliment an Jacob und Dimitri. Tags darauf wird es kühler. Ich fahre bis 10pm bei frischen Temperaturen Richtung Nîmes und lege mich , zu faul einen Schlafplatz zu suchen, in den Stadtpark einer frz. Kleinstadt hinter Lyon. Vom Regen geweckt hängt zu allem Überfluss ein „fermé“ am nächsten Bäcker. Frühstück fällt aus. Durch das spontane Hängen meines hinteren Bremskolbens wird das Mittagessen an die nächste Tankstelle verlagert. Ich hänge den Bremssattel neben die Scheibe und fixiere ihn mit Kabelbinder. Die nächste freundlich aussehende Werkstatt wird angefahren. Die „Route 88 Garage“ stellt mir spontan ihr Werkzeug, Bremsflüssigkeit und den Meister zur Verfügung. Nach 30 Minuten ist der Bremskolben eingeschliffen und die Empörung über meine Frage nach den Kosten groß. Nach ein paar Tipps vom wüstenerfahrenen Chef mache ich mich auf den Weg in die Cevennen.

 

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Ich fahre gegen die Wetterfront in die Berge. Nach einem Wolkenbruch finde ich kurz vor der Dunkelheit einen verlassenen Campingplatz incl. überdachter Terrasse. Nächster Morgen. Das Wetter hat sich wenig geändert. Ich ärgere mich ein bisschen, den Regenkombi beim Flo in Stuttgart gelassen zu haben. Nach dem Frühstück ausführliches Krafttraining zum warm werden. Warten hilft nichts. Es wird alles angezogen was da ist und Abfahrt. Wenn es nicht gerade regnet, umfängt mich der dichte Nebel der Wolken. Hoch und Tiefpunkt sind die 3° auf 1400m auf dem Col de la…, hab ich vergessen.

 

 

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 Den Abend verbringe ich dann wohlverdient am Strand in Argeles sur Mer.

 

 

 

 

K1600 DSCF2884K1600 DSCF2888Nächster Tag: Sonne! Jetzt beginnt der entspannte Teil der Tour auf den ich mich eigentlich vom ersten Tag an kleidungstechnisch eingestellt habe. Die nächsten 4 Tage surfe ich die Costa Brava runter bis Malaga. Unterwegs kann ich all die Vorzüge der spanischen Touri-Orte nutzen: Süßwasserduschen am Strand, Fitnessparks und in jeder Bar kostenloses WLAN und Tapas. Alles wie ausgestorben im November. Auch die ersten Sandfahrten werden auf den schier endlosen Stränden geübt. Wenn dann mal die Polizei freundlich auf die asphaltierte Infrastruktur neben den Stränden hinweist, kann ich mich mit den Worten „No habla Espanol“ (Ich spreche kein Spanisch) retten. Mit einem Grinsen lassen sie mich gewähren.

 

Spanische-Kstenstrae

Lagerfeuer

und Tschüß ...

ich bin mittlerweile auf dem Afrikanischen Kontinent. Angekommen in Tangier, von dort über Marrakesch nach Agadir und zur Zeit in der Westsahara.

Davon mehr bei meinem nächsten Update ...