13. Bericht vom 01.04.2015 - 20.04.2015

 

Km 25000 - 26300     Fahrzeit 412 - 430h

 

Sambia

 06 Sonnenuntergang in Lusaka

In der Dämmerung klopfe ich an das rote Tor, Ngwezi Road, Lusaka. Gerade als ich zu zweifeln beginne an der richtigen Pforte zu stehen, kommt Helmut mit seinem Pickup um die Ecke. Er habe mich schon im Viertel gesucht. Zur Begrüßung gibt es Rumpsteak mit Kartoffeln und Zwiebeln. Die letzten Strapazen haben sich schon für dieses Mahl gelohnt. Mein Care-Packet aus Deutschland mit Medikamenten, Landkarten und den benötigten Verschleißteilen fürs Bike wartet schon auf mich.04Regenzeit in Sambia

07 Familie Anschuetz vLnR Helmut, Clemens, Felicitas, Rupert nicht mahr ganz zu sehen08 Abendessen auf der TerasseEntspannt lasse ich die nächsten Tage auf mich zukommen. Viel essen und trainieren lässt mich meinem Kampfgewicht wieder näher kommen. Die Menüs von Felicitas und die Diskussionen mit Helmut versüßen jeden Tag. Clemens und Rupert, die beiden Söhne von Helmut und Feli, sind Triathleten auf ihrem Internat in Zimbabwe. Der Alltag sieht sportlich aus.

09 Abschied. Helmut ist schon zur Arbeit gefahren. Links Rupert (diesmal im Bild)

02 Inspektion vor der letzten grossen Etappe03 oelwechsel mit alten WasserflaschenDie Wartungsarbeiten am Bike füllen den Rest des Tages. Ölwechsel, Bremsbelagwechsel, Ventile einstellen, Luftfilter reinigen, alles schnell erledigt. Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche nach den Reifen und vor allen dem Kettensatz. Nach einer Woche kenne ich gezwungenermaßen die gesamte Motorradszene in Lusaka. KTM, Kawasaki, Yamaha, Suzuki, Honda, BMW, Hyosung05 Das Ritzel wurde ebenfalls bis zum letzten Zahn gefahren. und ein paar01 Bremsbelaege neu und alt. Bremsen bis zum bitteren Ende andere Händler können mir nicht direkt weiterhelfen. Best of Bikes, Yung Ko Bikes, Gerrys Garage, Motocross Lusaka, und viele einheimische Biker wissen keinen Rat. Viele nette Gespräche später bin ich immer noch kein Stück weiter. Die hohen Einfuhrzölle und die komplizierte Bürokratie machen jeden Import, selbst aus dem nahen Südafrika, zu einem zeitintensiven Luxusunterfangen. Anfragen an Mitas, Continental, Michelin und Yamaha Südafrika führen nur zu horrenden Preisen und langen Lieferzeiten.

Die netten Mechaniker von KTM Lusaka 03Der Vorderreifen hat nach 22000Km seinen soll erfuellt. Hinten schafft noch nen paar tausend Km.Schließlich wird der Vorderreifen gegen einen grobstolligen Pirelli getauscht. Den einzigen Reifen in Lusaka der halbwegs passt. Der Kettensatz muss schließlich aus Wetzlos eingeflogen werden und ist doch noch wesentlich günstiger als ein vergleichbarer Import aus Südafrika. Die Hilfe von KTM Lusaka ermöglicht mir eine problemlose und präzise Montage des Reifens und des Kettensatzes. Für zwei Nachmittage steht mir hier die gesamte Werkstatt zur Verfügung. Auch mit den beiden Mechanikern habe ich jede Menge Spaß. Sie verstehen etwas von ihrem Handwerk und wir fachsimpeln viel zusammen. Schließlich geht es noch zu Gerrys Garage um die Reifen gegen Dornen zu immunisieren.

06Gabriel aus Lusaka beim perfektionieren meiner Satteltaschen 01Afrikanische SteckdoseGerry ist ein erfahrener Motocrosser und schwört auf eine Australische Reifenmilch zur Versiegelung von groben Löchern und Rissen im Schlauch. Die importierte Spezialbehandlung hat selbstverständlich ihren Preis. Eine nette Story meiner Reise wird verlangt. Nach dem Cafe hat Gerrys Assistent die Milch schon eingefüllt und die Schläuche wieder auf Solldruck gebracht. Zu guter Letzt wird nun ein Schneider aufgesucht um die Taschen ein klein wenig zu Modifizieren und sie für die letzten Abenteuer in den Sümpfen Botswanas und den Wüsten Namibias fit zu machen. Gabriel macht seine Arbeit hervorragend. Ein paar Spanngurte werden zur Verstärkung und zusätzlichen Fixierung angebracht. Die wichtigen Nähte werde nochmals verstärkt, die Reißverschlussverankerungen ebenfalls. Die Kosten sind minimal, das Resultat robust und belastbar.

10 Sarah hat mit ihrem Bike14 Grillfest fuer Sarah und michNach einiger Zeit zieht es mich wieder in die Ferne. Nach vielen Geschichten über die faszinierende Tierwelt Botswanas und die Ursprünglichen Landschaften Namibias muss ich mir selbst ein Bild machen. Am Ortsausgang von Lusaka treffe ich beim Auffüllen der Vorräte auf eine Kanadische Fahrradfahrerin. Sie kommt gerade aus Nairobi, Kenia geradelt. Ziel ist es 5000Km auf dem Bike zurück zu legen und damit Geld für ein Hilfsprojekt zu sammeln. In Kapstadt ist auch ihre Tour vorüber. Wir beschließen gemeinsam einen Schlafplatz zu suchen. Sie trampt, um mit meiner Geschwindigkeit mithalten zu können. In der Nähe des kleinen Örtchens Kafue findet sich eine im Bau befindliche Lodge "Kafue River Cliff", mit dessen Chef ich ein Plätzchen für unsere Zelte aushandele. Wir dürfen das bereits fertige Bad und den Grill nutzen. Noch bis spät in die Nacht sitzen wir am Feuer und quatschen über Sarahs Job bei der UN. Sie ist nicht zufrieden in Kenya und glaubt nicht mehr an die Entwicklungshilfe, also wird sie wohl nach ihrer Bike Tour zurück nach Kanada gehen. Vielleicht sieht man sich ja mal in Kanada oder schon in Kapstadt.

12 Panorama der unfertigen Lodge Kafue Rock Cliff11 Sarah und ich beim Fruehstueck13 Spiegelglattes, klares GewaesserEin gemütliches Frühstück am Wasser bei aufgehender Sonne. Die sanften, grünen Hügel spiegeln sich in der glatten Oberfläche des Flusses, während die ersten Fischer auf Fang gehen. Die Kulisse prägt sich ein. Der Abschied fällt schwer und doch reißen wir uns los. Nach etwas Dreck biege ich wieder auf die gute Asphaltstraße ein und öffne die Drosselklappen. Die Musik ist gut, der Asphalt warm und so schieße ich mit vollem Optimismus den Weg zu kennen in einer Baustelle an der korrekten Abzweigung vorbei. Nach 60 Kilometern schöner Berge wundern mich die vielen LKWs und die Polizeicheckpoints die mich immer durchwinken. Der letzte Checkpoint allerdings winkt energisch und unter den aufgeregten Rufen habe ich keine Lust an zu halten und mit ihnen zu diskutieren. Es geht weiter über eine Große Brücke vorbei an ein paar Zollgebäuden. Während ich mich noch frage warum hier mitten im Dschungel eine derartige Infrastruktur aufgezogen wurde verschwindet im Augenwinkel ein großes Schild: "Welcome to Zimbabwe". Scheiße!

22 Bruecke nach ZimbabweOhne lang zu überlegen drehe ich rum. Wo man illegal reinfahren kann, dort kommt man auch illegal wieder hinaus. Entgegen der Fahrtrichtung wird durch die, in Ein- und Ausreise gegliederten, Grenzposten gefahren. Da die Polizisten nun in die Falsche Richtung schauen bin ich schon vorbei bevor sie merken was Sache ist. Die nächsten 100Km wird nochmal am Gas gerissen um unnötige Diskussionen mit den evtl. alarmierten Beamten zu vermeiden. Die Richtige Abzweigung ist diesmal schnell gefunden. Die restliche Route bis ans heutige Endziel, Livingstone, verläuft unproblematisch.

15 Livingstone Backpackers Kletterwand. Optimal fuer Fruehsport. Nach 8 metern ohne sicherung ist man definitiv wach.16 Mittag in einem der kleinen Einheimischen RestaurantsEs ist dunkel als ich in Livingstone eintreffe. Einen Schlafplatz im Busch in der Dunkelheit zu finden kann zu einem riskanten unterfangen werden und nach 600Km fahrt fehlt dazu auch die Energie. Im Livingstone Backpackers quartiere ich mich ein. Zelten ist hier verhältnismäßig günstig. 17 Baboons auf dem Weg zu den Faellen aEs gibt ne öffentliche18 Schoene Pfade entlang der Klippen Küche, Einen Pool und eine Kletterwand für den Frühsport. Nach besagter sportlicher Aktivität komme ich bei dem genialen Wetter nicht umhin mir den Touri-Magnet Nr.1 in Sambia an zu schauen. Die Victoria Falls.

 

20 Die FaelleFazit: Ist ne Menge Wasser das da 90m in die Tiefe stürzt. So viel, dass man die Eigentlichen Fälle vor Nebel in ihrer vollen Größe nicht erfassen kann. Einzig an der weithin Sichtbaren Nebelwolke und dem ungeheuren Getöse erahnt man welche Kräfte hier am Werke sind.

21 Mittag an der Sturzkante der Vic FallsAuffällig hoch ist hier auch die Konzentration an wagemutigen Afrika Abenteurern aus dem legendären Europa. Ihre beschwerliche Reise beginnt meist in einem der großen europäischen Ballungsräume. Den Zugvögeln gleich scheuen sie im Winter keine Strapazen um bis in den fernen Süden des schwarzen und unbekannten Kontinents vorzudringen. Die Überquerung des Alpenhauptkamms, die natürliche Grenze des Mittelmeers, die endlosen Wüsten der Sahara und schließlich die unerforschten, von Rebellen kontrollierten Areale der zentralen Tropenwälder Afrikas scheinen sie nicht von ihrem großen Traum abhalten zu können. Nach ganzen 13 Stunden Direktflug nach Livingstone wagen sie noch die Durchquerung der tödlichen Savanne in ihren allradbetriebenen, klimatisierten Panzern, um schließlich in der traditionell afrikanischen Lodge "The Falls" ihr Lager aufzuschlagen. Kühle Cocktails, klimatisierte Zimmer, schattenspendende Palmen, Zimmerservice, Sterne Restaurant, Swimmingpool, Entertainment jeden Abend. Man hat es sich ja verdient nach diesem beschwerlichen Weg.

19 Slippery when wet23 Dschungel entlang der Wanderung zum Fusse der WassermassenBewaffnet mit Selfie-Stangen, eIektronischen Geräten jeglicher Art, Spiegelreflex Kameras, den Top Modellen der Meindl Wander-Palette und dem Tropenhut mit Mückennetz und natürlich dem lokalen Führer wird der härteste Teil des Abenteuers angetreten: Mit dem Ganzkörper-Regencape schützt man sich gegen das mit sicherheit toxische, afrikanische Wasser, die sengende Sonne kommt nicht durch die Funktionskleidung und eine Kommunikation mit diesen schwarzen Menschen hier ist auch nicht nötig wenn man den Kopf nur so weit senkt, dass die Kapuze alles verdeckt. Einen Fuß vor den Anderen kämpft man sich bis auf die Brücke der Träume vor und betrachtet durch den Schlitz im Regencape dieses einmalige Naturschauspiel. Wir sind Helden! Bilder, Videos, Selfies. Nur alles festhalten, denn das muss es sein, das lang ersehnte Freiheitsgefühl das man sich mit viel Geld teuer erkauft hat. Exklusives Abenteuer.

Sie huellten sich in seltsamme Gewaender und irrten planlos umherEin seltsam grinsender, junger Mann fällt im Augenwinkel auf als man sich den Pfad zum Parkplatz wieder hochkämpft. Kein Cape, keine Kamera, ein Outfit als könne er sich nicht einmal den Eintritt leisten. Doch scheint er mit seinem zufriedenen Lächeln und dem Afrikanischen Gruß auf den Lippen glücklicher als die umstehenden. Während er leichtfüßig die glitschigen Steine Entlang springt. Ein verrückter. Kurz verspürt man den Drang es ihm gleich zu tun. Die Vernunft siegt. Man schwitzt sich weiter die Seele aus dem Leib unter der Plastiktüte, Man schaut wieder auf den Boden.

Regenbogen

 

 

13. Bericht vom 01.04.2015 - 20.04.2015

 

Km 25000 - 26300     Fahrzeit 412 - 430h

 

Sambia

 06 Sonnenuntergang in Lusaka

In der Dämmerung klopfe ich an das rote Tor, Ngwezi Road, Lusaka. Gerade als ich zu zweifeln beginne an der richtigen Pforte zu stehen, kommt Helmut mit seinem Pickup um die Ecke. Er habe mich schon im Viertel gesucht. Zur Begrüßung gibt es Rumpsteak mit Kartoffeln und Zwiebeln. Die letzten Strapazen haben sich schon für dieses Mahl gelohnt. Mein Care-Packet aus Deutschland mit Medikamenten, Landkarten und den benötigten Verschleißteilen fürs Bike wartet schon auf mich.04Regenzeit in Sambia

07 Familie Anschuetz vLnR Helmut, Clemens, Felicitas, Rupert nicht mahr ganz zu sehen08 Abendessen auf der TerasseEntspannt lasse ich die nächsten Tage auf mich zukommen. Viel essen und trainieren lässt mich meinem Kampfgewicht wieder näher kommen. Die Menüs von Felicitas und die Diskussionen mit Helmut versüßen jeden Tag. Clemens und Rupert, die beiden Söhne von Helmut und Feli, sind Triathleten auf ihrem Internat in Zimbabwe. Der Alltag sieht sportlich aus.

09 Abschied. Helmut ist schon zur Arbeit gefahren. Links Rupert (diesmal im Bild)

02 Inspektion vor der letzten grossen Etappe03 oelwechsel mit alten WasserflaschenDie Wartungsarbeiten am Bike füllen den Rest des Tages. Ölwechsel, Bremsbelagwechsel, Ventile einstellen, Luftfilter reinigen, alles schnell erledigt. Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche nach den Reifen und vor allen dem Kettensatz. Nach einer Woche kenne ich gezwungenermaßen die gesamte Motorradszene in Lusaka. KTM, Kawasaki, Yamaha, Suzuki, Honda, BMW, Hyosung05 Das Ritzel wurde ebenfalls bis zum letzten Zahn gefahren. und ein paar01 Bremsbelaege neu und alt. Bremsen bis zum bitteren Ende andere Händler können mir nicht direkt weiterhelfen. Best of Bikes, Yung Ko Bikes, Gerrys Garage, Motocross Lusaka, und viele einheimische Biker wissen keinen Rat. Viele nette Gespräche später bin ich immer noch kein Stück weiter. Die hohen Einfuhrzölle und die komplizierte Bürokratie machen jeden Import, selbst aus dem nahen Südafrika, zu einem zeitintensiven Luxusunterfangen. Anfragen an Mitas, Continental, Michelin und Yamaha Südafrika führen nur zu horrenden Preisen und langen Lieferzeiten.

Die netten Mechaniker von KTM Lusaka 03Der Vorderreifen hat nach 22000Km seinen soll erfuellt. Hinten schafft noch nen paar tausend Km.Schließlich wird der Vorderreifen gegen einen grobstolligen Pirelli getauscht. Den einzigen Reifen in Lusaka der halbwegs passt. Der Kettensatz muss schließlich aus Wetzlos eingeflogen werden und ist doch noch wesentlich günstiger als ein vergleichbarer Import aus Südafrika. Die Hilfe von KTM Lusaka ermöglicht mir eine problemlose und präzise Montage des Reifens und des Kettensatzes. Für zwei Nachmittage steht mir hier die gesamte Werkstatt zur Verfügung. Auch mit den beiden Mechanikern habe ich jede Menge Spaß. Sie verstehen etwas von ihrem Handwerk und wir fachsimpeln viel zusammen. Schließlich geht es noch zu Gerrys Garage um die Reifen gegen Dornen zu immunisieren.

06Gabriel aus Lusaka beim perfektionieren meiner Satteltaschen 01Afrikanische SteckdoseGerry ist ein erfahrener Motocrosser und schwört auf eine Australische Reifenmilch zur Versiegelung von groben Löchern und Rissen im Schlauch. Die importierte Spezialbehandlung hat selbstverständlich ihren Preis. Eine nette Story meiner Reise wird verlangt. Nach dem Cafe hat Gerrys Assistent die Milch schon eingefüllt und die Schläuche wieder auf Solldruck gebracht. Zu guter Letzt wird nun ein Schneider aufgesucht um die Taschen ein klein wenig zu Modifizieren und sie für die letzten Abenteuer in den Sümpfen Botswanas und den Wüsten Namibias fit zu machen. Gabriel macht seine Arbeit hervorragend. Ein paar Spanngurte werden zur Verstärkung und zusätzlichen Fixierung angebracht. Die wichtigen Nähte werde nochmals verstärkt, die Reißverschlussverankerungen ebenfalls. Die Kosten sind minimal, das Resultat robust und belastbar.

10 Sarah hat mit ihrem Bike14 Grillfest fuer Sarah und michNach einiger Zeit zieht es mich wieder in die Ferne. Nach vielen Geschichten über die faszinierende Tierwelt Botswanas und die Ursprünglichen Landschaften Namibias muss ich mir selbst ein Bild machen. Am Ortsausgang von Lusaka treffe ich beim Auffüllen der Vorräte auf eine Kanadische Fahrradfahrerin. Sie kommt gerade aus Nairobi, Kenia geradelt. Ziel ist es 5000Km auf dem Bike zurück zu legen und damit Geld für ein Hilfsprojekt zu sammeln. In Kapstadt ist auch ihre Tour vorüber. Wir beschließen gemeinsam einen Schlafplatz zu suchen. Sie trampt, um mit meiner Geschwindigkeit mithalten zu können. In der Nähe des kleinen Örtchens Kafue findet sich eine im Bau befindliche Lodge "Kafue River Cliff", mit dessen Chef ich ein Plätzchen für unsere Zelte aushandele. Wir dürfen das bereits fertige Bad und den Grill nutzen. Noch bis spät in die Nacht sitzen wir am Feuer und quatschen über Sarahs Job bei der UN. Sie ist nicht zufrieden in Kenya und glaubt nicht mehr an die Entwicklungshilfe, also wird sie wohl nach ihrer Bike Tour zurück nach Kanada gehen. Vielleicht sieht man sich ja mal in Kanada oder schon in Kapstadt.

12 Panorama der unfertigen Lodge Kafue Rock Cliff11 Sarah und ich beim Fruehstueck13 Spiegelglattes, klares GewaesserEin gemütliches Frühstück am Wasser bei aufgehender Sonne. Die sanften, grünen Hügel spiegeln sich in der glatten Oberfläche des Flusses, während die ersten Fischer auf Fang gehen. Die Kulisse prägt sich ein. Der Abschied fällt schwer und doch reißen wir uns los. Nach etwas Dreck biege ich wieder auf die gute Asphaltstraße ein und öffne die Drosselklappen. Die Musik ist gut, der Asphalt warm und so schieße ich mit vollem Optimismus den Weg zu kennen in einer Baustelle an der korrekten Abzweigung vorbei. Nach 60 Kilometern schöner Berge wundern mich die vielen LKWs und die Polizeicheckpoints die mich immer durchwinken. Der letzte Checkpoint allerdings winkt energisch und unter den aufgeregten Rufen habe ich keine Lust an zu halten und mit ihnen zu diskutieren. Es geht weiter über eine Große Brücke vorbei an ein paar Zollgebäuden. Während ich mich noch frage warum hier mitten im Dschungel eine derartige Infrastruktur aufgezogen wurde verschwindet im Augenwinkel ein großes Schild: "Welcome to Zimbabwe". Scheiße!

22 Bruecke nach ZimbabweOhne lang zu überlegen drehe ich rum. Wo man illegal reinfahren kann, dort kommt man auch illegal wieder hinaus. Entgegen der Fahrtrichtung wird durch die, in Ein- und Ausreise gegliederten, Grenzposten gefahren. Da die Polizisten nun in die Falsche Richtung schauen bin ich schon vorbei bevor sie merken was Sache ist. Die nächsten 100Km wird nochmal am Gas gerissen um unnötige Diskussionen mit den evtl. alarmierten Beamten zu vermeiden. Die Richtige Abzweigung ist diesmal schnell gefunden. Die restliche Route bis ans heutige Endziel, Livingstone, verläuft unproblematisch.

15 Livingstone Backpackers Kletterwand. Optimal fuer Fruehsport. Nach 8 metern ohne sicherung ist man definitiv wach.16 Mittag in einem der kleinen Einheimischen RestaurantsEs ist dunkel als ich in Livingstone eintreffe. Einen Schlafplatz im Busch in der Dunkelheit zu finden kann zu einem riskanten unterfangen werden und nach 600Km fahrt fehlt dazu auch die Energie. Im Livingstone Backpackers quartiere ich mich ein. Zelten ist hier verhältnismäßig günstig. 17 Baboons auf dem Weg zu den Faellen aEs gibt ne öffentliche18 Schoene Pfade entlang der Klippen Küche, Einen Pool und eine Kletterwand für den Frühsport. Nach besagter sportlicher Aktivität komme ich bei dem genialen Wetter nicht umhin mir den Touri-Magnet Nr.1 in Sambia an zu schauen. Die Victoria Falls.

 

20 Die FaelleFazit: Ist ne Menge Wasser das da 90m in die Tiefe stürzt. So viel, dass man die Eigentlichen Fälle vor Nebel in ihrer vollen Größe nicht erfassen kann. Einzig an der weithin Sichtbaren Nebelwolke und dem ungeheuren Getöse erahnt man welche Kräfte hier am Werke sind.

21 Mittag an der Sturzkante der Vic FallsAuffällig hoch ist hier auch die Konzentration an wagemutigen Afrika Abenteurern aus dem legendären Europa. Ihre beschwerliche Reise beginnt meist in einem der großen europäischen Ballungsräume. Den Zugvögeln gleich scheuen sie im Winter keine Strapazen um bis in den fernen Süden des schwarzen und unbekannten Kontinents vorzudringen. Die Überquerung des Alpenhauptkamms, die natürliche Grenze des Mittelmeers, die endlosen Wüsten der Sahara und schließlich die unerforschten, von Rebellen kontrollierten Areale der zentralen Tropenwälder Afrikas scheinen sie nicht von ihrem großen Traum abhalten zu können. Nach ganzen 13 Stunden Direktflug nach Livingstone wagen sie noch die Durchquerung der tödlichen Savanne in ihren allradbetriebenen, klimatisierten Panzern, um schließlich in der traditionell afrikanischen Lodge "The Falls" ihr Lager aufzuschlagen. Kühle Cocktails, klimatisierte Zimmer, schattenspendende Palmen, Zimmerservice, Sterne Restaurant, Swimmingpool, Entertainment jeden Abend. Man hat es sich ja verdient nach diesem beschwerlichen Weg.

19 Slippery when wet23 Dschungel entlang der Wanderung zum Fusse der WassermassenBewaffnet mit Selfie-Stangen, eIektronischen Geräten jeglicher Art, Spiegelreflex Kameras, den Top Modellen der Meindl Wander-Palette und dem Tropenhut mit Mückennetz und natürlich dem lokalen Führer wird der härteste Teil des Abenteuers angetreten: Mit dem Ganzkörper-Regencape schützt man sich gegen das mit sicherheit toxische, afrikanische Wasser, die sengende Sonne kommt nicht durch die Funktionskleidung und eine Kommunikation mit diesen schwarzen Menschen hier ist auch nicht nötig wenn man den Kopf nur so weit senkt, dass die Kapuze alles verdeckt. Einen Fuß vor den Anderen kämpft man sich bis auf die Brücke der Träume vor und betrachtet durch den Schlitz im Regencape dieses einmalige Naturschauspiel. Wir sind Helden! Bilder, Videos, Selfies. Nur alles festhalten, denn das muss es sein, das lang ersehnte Freiheitsgefühl das man sich mit viel Geld teuer erkauft hat. Exklusives Abenteuer.

Sie huellten sich in seltsamme Gewaender und irrten planlos umherEin seltsam grinsender, junger Mann fällt im Augenwinkel auf als man sich den Pfad zum Parkplatz wieder hochkämpft. Kein Cape, keine Kamera, ein Outfit als könne er sich nicht einmal den Eintritt leisten. Doch scheint er mit seinem zufriedenen Lächeln und dem Afrikanischen Gruß auf den Lippen glücklicher als die umstehenden. Während er leichtfüßig die glitschigen Steine Entlang springt. Ein verrückter. Kurz verspürt man den Drang es ihm gleich zu tun. Die Vernunft siegt. Man schwitzt sich weiter die Seele aus dem Leib unter der Plastiktüte, Man schaut wieder auf den Boden.

Regenbogen